Aus der kleinen, feinen Reihe: Bücher, die uns begeistern

There have been gazillions of people that have lived before all of us. There’s no new problem you could have that someone hasn’t already had and written about it in a book.
— Will Smith

1. Reinventing Organzisations - Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit, Frederic Laloux

2. Die fünfte Disziplin - Kunst und Praxis der lernenden Organisation, Peter Senge

F*** off "Gewohnheitstier"! - tribute to Professor Spitzer

In Unternehmen und Organisationen bzw. Teams generell sind Routinen schlimmer als Regeln, denn Regeln kann man ändern. Professor Spitzer hat dieses Phänomen unserer Ansicht nach sehr treffend mit dem sogenannten "Gewohnheitstier" (s. Grafik) beschrieben.

Und wer kennt sie nicht? Denn diese fiesen kleinen Gewohnheitstiere funken immer dann dazwischen, wenn monatelang theoretisch geplante Veränderungen, tatsächlich in die Tat umgesetzt werden sollen. Statt konsequent zu verändern und neue Wege zu gehen, hält man lieber an "Altem", vermeintlich "Bewährtem" fest.

Warum tun wir das eigentlich immer wieder? Zunächst ist dabei wichtig zu erwähnen, dass Gewohnheiten per se nicht schlecht sind, sondern für Sicherheit, Orientierung und Stabilität sorgen. Das Problem besteht eher darin, dass wir das Gewohnheitstier jahrelang "hegen und pflegen" ohne es kritisch zu hinterfragen, während sich unsere Umwelt oder unser Team permanent verändert.

Ist Ihr Vorsatz für 2016 zwar "back to work, but NOT back to business as usual" , dann helfen wir Ihnen "to get rid of the shit, to make great shit"!

Was entsteht aus einem Remix von Goethe, einem afrikanischen Ältestenrat und Jules Verne?

1. Aufbruch und Neuanfang

 "Früh drei Uhr stahl ich mich aus Karlsbad, weil man mich sonst nicht fortgelassen hätte." (Goethes Tagebucheintrag am 17.12.1786)

Mit diesen Worten beginnt die italienische Reise, die Goethe unter dem Malerpseudonym Filippo Miller, einige Wochen vorher begann. Für uns steht diese Anekdote symbolisch für das Thema Aufbruch und Veränderung, um Neues zu entdecken oder wie die schöpferische Kraft der Zerstörung bei Josef Schumpeter, um weiter innovativ zu bleiben.

2. Weisheit und Wissen

Durch den Besuch eines afrikanischen Ältestenrats fand der Autor John Izzo heraus, dass um das Leben maximal auskosten zu können, eher Weisheit als Wissen gefragt ist. Denn Weisheit ist etwas anderes und unendlich Bedeutsameres als Wissen. Wissen ist lediglich die Anhäufung von Fakten. An Weisheit dagegen herrscht ein akuter Mangel. Weisheit ist die Fähigkeit, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden. Denn solange man nicht herausfindet, was man wirklich will und worauf es ankommt, bleibt alles ein Stochern im trüben Wasser. 

3. Reformclub 

Jules Verne's Protagonist in dem Roman "In 80 Tagen um die Welt" ist Mitglied im Londoner Reformclub, dessen Credo lautet "a social club for reformers". Dieser Gedanke ist unserer Meinung nach aktueller denn je und wird von uns genutzt, um ihn nach den Gesetzmäßigkeiten der digitalen Welt zu interpretieren. Oder wie Bud Caddell sagt: "Digital isn't just a software, it is a mindset."

Und weil wir wissen, dass es da draußen noch andere gibt, die gerne in anderen Sphären denken und Grenzgänger sind, haben wir kurzerhand unseren eigenen Club gegründet - mit dem Vereinsmotto:  

"Get rid of the shit to make great shit."

Neugierig geworden? Mehr erfahren wollen? Oder direkt Mitglied werden? In jedem Fall einfach eine Mail an folgende Adresse schicken: willkommen@filippomiller.com

Wir freuen uns über jedes Feedback!

Wie viel Leistungssport steckt im Alltag eines Unternehmens?

Unternehmen sind in vielem  mit Profi- bzw. Leistungssportlern gleichzusetzen:

  • Sie messen sich in einer bestimmten Sportart mit ihren Wettbewerbern.

  • Es gibt die etablierten Profis und die aufstrebenden Talente.

  • Ihr Ranking oder ihre Tabelle ist der Down Jones, DAX oder Fortune 500.

  • Beide beherrschen ihren "Sport" auf einem sehr hohen, technisch ausgefeilten und optimierten Niveau.

  • Bei beiden kann die richtige oder falsche Entscheidung spielentscheidend sein.

  • Bei beiden machen automatisierte Abläufe kombiniert mit einem kühlem Kopf in Drucksituation den Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Entscheidungen in der jeweiligen Spielsituation aus.

Allerdings hat man in vielen Profisportarten, ganz im Gegensatz zu den Unternehmen, schon zwei entscheidende Punkte erkannt: 

1. Der "Feind" steckt meistens im eigenen Kopf 

Sportler, häufig gerade die richtig erfolgreichen, werden irgendwann mit der Frage konfrontiert, warum sie trotz Optimierung und dem stetigen Trainieren ihrer technischen Skills nicht weiter voran kommen bzw. andere an ihnen vorbeiziehen. Was die meisten Spitzensportler schon verinnerlicht haben, wird bei vielen Unternehmen noch verkannt. Oftmals steht der Feind nicht auf der anderen Seite des Spielfelds, sondern er sitzt im Kopf. Der Kopf ist im Falle der Unternehmen das System, die Organisation, die Kultur und ihre Abläufe sowie natürlich die Menschen.

2. You have to PLAY the game NOT TO WORK the game

Sportler wissen, dass eine Balance zwischen mentaler und körperlicher Fitness vorhanden sein muss. Denn, wenn jemand zu verbissen ist, dann hat er in den entscheidenden Spielsituationen nicht die Lockerheit, die er benötigt, um in Bruchteilen von Sekunden den richtigen "Automatismus" abzurufen. Er muss quasi das gesunde “Scheiss-egal-Gefühl” haben, um locker zu sein und trotzdem die nötige Anspannung zu haben. Hat er diese nicht, wird er scheitern. Übertragen auf Unternehmen sieht man das gleiche Phänomen. Nur wer in der Lage ist, unter Druck "locker" zu agieren, und das heißt im übrigen nicht "naiv und verantwortungslos", der wird in den komplexen und dynamischen Märkten von heute erfolgreich sein.

Die Frage lautet nun:

Warum machen immer noch so viele Unternehmen genau das Gegenteil?

Um einen Spieler zu entwickeln, muss man ihn befähigen alleine Entscheidungen zu treffen, da ihm auf dem Spielfeld und im Spiel selbst keiner mehr helfen kann. Dazu braucht er vor allem eins: Selbstvertrauen und eine angstfreie Kultur, die in der Regel vom Management und vom Trainer geschaffen wird.

Übertragen auf den Unternehmenskontext nennen wir das situative Intelligenz, die jeder Unternehmer oder jede Führungskraft oder sogar jeder Mitarbeiter entwickeln muss,  um das Situationspotential zu erkennen und für sich nutzen zu können.

Es muss also ein Wechsel von der reinen Prozessoptimierung (dem Blick von innen nach innen) hin zu Systemoptimierung (dem Blick von aussen nach innen) stattfinden. Das Systemdenken zeigt uns, dass es kein "draußen" gibt, dass wir und die Ursachen unserer Probleme Teil desselben Systems sind. 

 

Kann man ein Wasserzeichen von einem Blatt Papier entfernen?

Stellen Sie sich ein weißes Blatt Papier vor.

Wenn wir Sie fragen würden, was Sie auf diesem Blatt sehen, wäre Ihre Antwort wahrscheinlich "Nichts!". Sobald Sie aber dieses Stück Papier ins Licht halten - man könnte auch sagen: die Perspektive wechseln und ins rechte Licht rücken -, entdecken Sie ein Wasserzeichen. Das bedeutet, dass das Blatt eigentlich nicht leer ist, sondern nur unsere oberflächliche Betrachtung und Erwartungshaltung uns zu diesem Rückschluss verführt hat. 

Fakt ist: Dieses Wasserzeichen war, ist und wird immer da sein. Solange Ihnen Ihr Wasserzeichen gefällt, ist alles gut. Wenn Ihnen Ihr Wasserzeichen allerdings nicht mehr zusagt, und Sie das Gefühl haben, dass es Sie stört, werden Sie es nur durch "Zerstören des Blattes" (bspw. durch rausschneiden, verbrennen etc.) entfernen können. Und selbst dann ist es durch das "Loch im Blatt" immer noch zu sehen; inklusive des Nachteils, dass das Blatt nicht mehr einwandfrei zu gebrauchen ist. Somit ist es doch viel sinnvoller, seine Energie nicht darauf zu verschwenden, es zu zerstören, sondern darüber nachzudenken, wie Sie das Wasserzeichens kreativ einbinden können, um ein Bild zu entwickeln, das Ihren Vorstellungen entspricht.

Dieses Wasserzeichen und der Umgang damit könnte auch als Metapher für die Grundwerte und Glaubenssätze eines Unternehmens stehen. Hier besteht die entscheidende Herausforderung darin, bei sukzessivem Wachstum, diesen Werten treu zu bleiben und sie so aufzubereiten, dass Sie sie anderen vermitteln und in eine belastbare Unternehmensstrategie überführen können. Denn gerade wenn es darauf ankommt, zeigt die Erfahrung, dass ein klares Wertesystem das stabile Rückgrat der Unternehmung ist. Deshalb möchten wir an dieser Stelle gerne den "Kollegen" Gary Hamel zitieren, der es folgendermaßen auf den Punkt brachte:

"Successful companies base themselves around fixed core values, but at the same time, adapt to a world that is in constant motion. They key is to understand the difference between the sacred and the unsacred, between what should be changed and what can be changed."

Vielleicht stehen Sie als Unternehmer oder Führungskraft in einem Unternehmen vor einer ähnlichen Herausforderung und stellen sich die Frage, wie Sie dieses Thema angehen können? Mit unserem Cultural Mapping Workshopmodul unterstützen wir Sie dabei schnell und effektiv. Mehr Infos finden Sie dazu in unserem Booklet oder melden Sie sich gerne direkt bei uns.